credit by piep-vogel

Rätsel des Alltags



Ich finde im Linken passt mehr rein und ist auch mehr drin... Aber anscheinend liege ich damit falsch...

Also entweder spielt mir mein Hirn einen Streich oder diese Angaben sind tatsächlich nicht ganz richtig...

4.3.11 21:25


Manchmal schätzt man Dinge erst, nachdem man sie verloren hat...



Ich stehe vor unserem alten Haus. Ich weiß eigentlich, dass ich das nicht darf, aber ich gehe durch die Gartentür, als gehöre es noch immer uns. Als ich im Garten stehe und zum Nachbahaus blicke, bemerke ich, dass es brennt. Die Feuerwehr kommt gerade. Und auch die neuen Eigentümer unseres Hauses öffnen im selben Moment die Hintertür, durch die ich in den Garten gelangt bin.
Aus Angst erwischt zu werden, klettere ich über den Nachbarzaun und von dort aus, auf eine Mülltonne oder ähnliches, die es mir ermöglicht, auf die danebenstehende Garage zu gelangen. Von dort aus schaffe ich es auf den Gehweg zu kommen. Ich bin frei.
Ich laufe am brennenden Haus entlang. Es brennt lichterloh. Die Feuerwehr steht mit mehreren Fahrzeugen im Garten (was eigentlich unmöglich ist, da um den Garten herum Zäune, Büsche und eine Mauer sind und er außerdem zu klein ist, um Platz für so viele und vorallem so große Fahrzeuge zu haben).

Kurz danach stehe ich wieder vor unserem alten Haus. Das Nachbarhaus scheint nie gebrannt zu haben. 
Wie auch schon vorhin, gehe ich durch die Hintertür in den Garten. Niemand der neuen Eigentümer scheint da zu sein. Ich laufe um das halbe Haus herum, bis ich vor meinem ehemaligen Zimmerfenster stehe. Ich sehe durch das Fenster: Es sieht fast so aus wie ich es verlassen habe. Der alte Stuhl steht noch in der Ecke. Jedoch steht mein Bett mitten im Zimmer, obwohl ich es bei meinem Auszug mitgenommen hatte.
Das Fenster ist geöffnet. Ich überlege keine Minute, sondern kletter hindurch und stehe nun in meinem ehemaligen Zimmer. Über meinem Bett sind plötzlich diverse Stofftiere aus meiner Kindheit verstreut. Es sind bestimmt über 20. Ich will sie alle mitnehmen, doch es sind zuviele zum Tragen. Gerade als ich am Überlegen bin, ob ich die Stofftiere nicht mit in die neue Wohnung genommen habe, höre ich die neuen Eigentümer das Haus betreten. Schnell kletter ich wieder durch das Fenster. Gerade noch rechtzeitig, da die Eigentümer jetzt das Zimmer betreten. Ich weiß nicht, ob sie mich gesehen haben. Ich renne schnell zum Gartenzaun und springe schließlich darüber.
Dann wach ich auf.

Solche und ähnliche Träume, habe ich im Moment ständig.
Ich halte das nicht mehr aus.
Es ist eine Qual, jeden Tag nur wenige Meter von ihm entfernt zu sein.
Es ist seltsam, abends nach dem Arbeiten, nach Süden - statt wie die Jahre zuvor - nach  Norden zu gehen.
Es ist die Hölle, zu wissen, dass man sein eigenes Zuhause nie wieder betreten kann und darf. Dass es jetzt anderen gehört.

Seit 2 1/2 Monate wohne ich schon hier. Und noch immer habe ich das Gefühl ich bin im Urlaub. Noch immer denke ich, ich muss bald wieder meine Koffer packen und von hier verschwinden.
Aber ich werde enttäuscht.

Eigentlich gefällt es mir hier. Aber die Tatsache, dass alles nun endgültig vorbei ist, macht es mir unmöglich, mich hier wohl oder gar Zuhause zu fühlen.
Alles wäre einfacher, wenn noch ein Verwandter im Haus wohnen würde. Wenn es nicht sofort verkauft worden wäre. Wenn ich wüsste, ich kann jederzeit zurückkommen.
Ohja, ich würde mich sofort besser fühlen.
Doch stattdessen werde ich ständig mit Erinnerungen überhäuft. Ununterbrochen werde ich an all die schönen Momente, die ich in diesem Haus erleben durfte, erinnert. Meistens sind es Erinnerungen, die ich längst verdrängt habe und die durch den Verlust meines Zuhauses wieder an die Oberfläche gelangen.
Schmerzvolle Erinnerungen an die schönsten Zeiten meines Lebens.

Ich hasse die Arbeit jeden Tag mehr.
Mein Herz verbrennt bei dem Gedanke, dass ich nur 10 Minuten von meinem Zuhause, das ich nicht mehr als Solches bezeichnen darf, entfernt bin.
Ich hasse mein neues Leben.
Ich wünschte, ich kann die Zeit zurückdrehen.



28.3.11 16:59


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