credit by piep-vogel

Wenn Albträume wahr werden



Man glaubt, man hätte schon schlimme Dinge erlebt.
Man glaubt, das was man im Fernsehen sieht, passiert einem nie selbst.
Erst wenn man mitten im Albtraum steckt, wird einem klar, dass man sich irrt.
Das was man bisher als schlimm empfand, ist nur ein Witz und alles was den anderen passiert, kann auch einem selbst passieren.
Man ist nie sicher vor den Albträumen des Lebens.
Jeden kann es treffen.
Jederzeit.

 

Der 1. Juni 2011 wird mir für immer im Gedächtnis bleiben. Eher werde ich meinen eigenen Geburtstag vergessen, als den 1. Juni 2011. Niemals werde ich den 1. Juni 2011 vergessen. Denn es ist der Tag, an dem ich beinahe einen geliebten Menschen verloren hätte.

Es ist der 1. Juni 2011 als ich kurz vor 22 Uhr von meinem Cousin angerufen werde. Schon als ich seinen Namen auf meinem Handydisplay sah, wusste ich, dass etwas nicht stimmte. Ich hatte schon den ganzen Tag ein seltsames Gefühl. Dachte mir, dass an diesem Tag etwas mit meinem Cousin sein würde. In letzter Zeit ging es ihm nicht sonderlich gut. Eigentlich ging es ihm sogar zum Kotzen. Richtig Scheiße. Er erzählte mir etwas von familiären Problemen. Totalen Stress mit den Eltern. Will ausziehen, darf aber noch nicht, weil er erst 17 ist. Fühlte sich ungeliebt. Auch seine Ausbildung sei nicht so toll. Alles sei scheiße.

Außerdem schrieb er in letzter Zeit seltsame Dinge im ICQ. Wir verstanden uns schon immer gut und er erzählte mir sehr viel mehr als anderen. Aber was er mir in letzter Zeit erzählte, machte mir richtig Angst. Ich hätte schon vorher handeln sollen. Schon als er mir damals mitten in der Nacht eine SMS geschrieben hatte, in der er mich darum bat, dass ich auf mich aufpassen solle und er werde immer für mich da sein. Ich machte mir damals tierische Sorgen, versuchte ihn ständig zu erreichen. Schaffte es irgendwann am nächsten Mittag. Er hörte sich normal an. Ich dachte, er hätte nur zuviel getrunken. Und ja, ich war naiv. Ich dachte, ich würde nie zu den Menschen gehören, die einen geliebten Menschen verlieren. Schon gar nicht durch Selbstmord. Außerdem traute ich es ihm einfach nicht zu. Wir hatten schon soviel erlebt. Er würde sich nicht umbringen. Hätte ich ihm von Anfang an geglaubt, dann… Wahrscheinlich hätte es keiner geglaubt. Das ist es eben. Es muss erst etwas passieren, bis man etwas unternimmt. Ich habe daraus gelernt. Werde jetzt alles aus einer anderen Perspektive sehen. Handle lieber zu schnell, statt zu spät. Mach mich lieber lächerlich, bevor ich jemanden verliere. Später ist man immer schlauer.

Es war also kurz vor 22 Uhr als mich mein Cousin anrief. Als ich abnahm heulte er. Er hörte sich total fertig an. Und beinahe flüsternd sagte er dann: "Pass auf dich auf."
Ich wusste: Jetzt war es soweit. Jetzt war er zu allem bereit.
Zitternd fragte ich, was los sei. "Pass auf dich auf", war nur seine Antwort.
"Was ist los? Wo bist du?", schrie ich beinahe schon.
"Ich bin da, wo mich keiner findet", antwortete er.
Ich fragte was passiert ist und was das soll. Ich wollte noch immer nicht glauben, dass das real ist. Er meinte, seine Eltern kotzen ihn an. Es sei wieder etwas vorgefallen. Außerdem glaubte er an jedem Leid seiner Mitmenschen schuld zu sein. Alles was ich sagte, verdrehte er. Ich sagte: "Oma geht es schon seit Jahren schlecht. Aber sicher nicht wegen dir." Er sagte: "Siehst du. Du sagst es sogar selbst!" Zudem meinte er, jemand aus seiner Klasse hätte ihm gesagt, er solle sich umbringen. Er war total am Ende. Und ich hatte richtig, richtig Angst.
Als er sagte, er würde sich was tun, fragte ich wie. Seine Antwort war nur: "Sagt dir Tollkirsche was?"
Ich kannte mich nicht wirklich aus damit. Das einzige was ich wusste war, dass diese Pflanze giftig ist. Wie giftig, welche Wirkungen sie hat und so weiter, wusste ich nicht. Aber die Tatsache, dass er sie dafür benutzte um sich das Leben zu nehmen, ließ mich zu dem Entschluss kommen, dass man diese Pflanze wohl besser nicht essen sollte.
"Mach keinen Scheiß!", schrie ich ihn an. "Sag mir, wo du bist!"
"Da wo mich keiner findet."
Angst ist gar kein Ausdruck für das, was ich in diesem Moment empfand. Aber überraschenderweise blieb ich noch einigermaßen ruhig, abgesehen davon, dass ich gezittert habe wie blöd.

Einige Zeit versuchte ich ihn noch zu beruhigen und herauszufinden wo er ist. Irgendwann sagte er es mir sogar tatsächlich und fügte hinzu: "Dann kannst du dich noch persönlich von mir verabschieden, bevor ich gehe."
Als ich schließlich endlich wusste wo er war (oder vorgibt zu sein) , suchte ich im Telefonbuch nach der Nummer seiner Eltern. Die Eine existierte nicht mehr und bei der anderen ging keiner ran. Also rief ich, beinahe in Trance, die Polizei. Ich hatte davor noch nie die Polizei gerufen. Ich hatte Angst, dass ich überreagier. Aber gleichzeitig hatte ich noch mehr Angst, dass er stirbt.
Ich sagte ihnen wo er sein könnte, was ich bisher wusste, beschrieb sein Aussehen und beantwortete sämtliche Fragen.

Danach ging alles drunter und drüber. Immer wieder rief er an. Teilte mit, er hätte jetzt die Blätter der Tollkirsche gegessen, dann verabschiedete er sich noch von 3 anderen bevor er wieder mich anrief und mir irgendwann mitteilte, dass er nun nach Hause gehen würde, die Pflanze hätte ihren Zweck nicht erfüllt. Ich wusste nicht, ob ich ihm glauben sollte. Aber ich tat es mal sicherheitshalber nicht. Ich sagte ihm, ich bleibe nun solange dran, bis er Zuhause ist. Doch er legte immer wieder auf und rief alle paar Minuten wieder an. Ständig fragte ich, wo er denn nun sei. Sobald ich wieder einen neuen Standort wusste, rief ich bei der Polizei an und teilte ihn ihr mit. Von dem ersten Standort, konnte ich immerhin keine genaue Beschreibung abgeben außer: "Auf einem Waldweg zwischen X und Y, 1. Abzweigung."
Die Schule in seiner Stadt war da schon genauer. Ich sagte ihm, er solle jetzt da bleiben wo er ist, Hilfe würde gleich kommen. Irgendwann legte er auf.
Als er wieder anrief, meinte er lachend, die Polizei sei gerade an ihm vorbeigefahren, aber er glaubt, sie hätten ihn gehört. Trotzdem würden sie ihn nie finden. Er hörte sich immer schlimmer an. Als würde er keine Luft mehr bekommen.

Zwischen jeden Anrufen heulte ich, konnte mich kaum auf den Beinen halten. Fiel in ein Loch. Sobald er mich wieder anrief, versuchte ich ruhig zu sein. Meistens klappte es ganz gut. Paar Mal konnte ich mich nicht zurückhalten.
Irgendwann meinte er, er würde in die Richtung eines Waldes gehen. In der Nähe sei ein ziemlich großes Feld. Dort wolle er sich hinlegen. Und sterben.
Ich legte auf, rief wieder die Polizei an und teilte ihnen mit, was ich wusste. Der Polizist meinte, seine Kollegen hätten meinen Cousin gehört und würden ihm folgen. Immerhin etwas, dachte ich.

Ich hatte sooo Angst. Keine normale Angst. Mir war schon schlecht. Ich zitterte. Hatte Herzklopfen. Dieses Gefühl hatte ich noch nie. Und ich will es auch nie wieder haben.
Eigentlich wollte ich nicht mehr mit meinem Cousin telefonieren. Ich hatte Angst, was ich wohl zu Hören bekommen würde. Das Schlimmste wäre natürlich gewesen, wenn es ruhig geworden wäre… Aber nicht weniger schlimm war es zu hören, wie er keine Luft mehr bekam.
Doch dann fiel mir etwas ein. Die Polizei war vielleicht ganz in der Nähe. Er konnte sich eventuell irgendwie ruhig stellen. Sie würden ihn nie finden. Aber wenn er telefonierte, dann sprach er ja. Und sie würden ihn auf jeden Fall hören. Sie mussten ihn dann hören. Also rief ich ihn an und versuchte es - so bescheuert es auch klingt - mit Smalltalk.
Ich fragte wo er ist, wie es ihm ging, wie es seiner Katze ging, wer sich nun um sie kümmert, dass mein Hund gerade da sei, ob die Polizei schon in der Nähe sei und so weiter. Meistens stellte ich 5 Mal dieselbe Frage. Ihm schien das egal zu sein. Er beantwortete jede meiner Fragen. Doch es war kaum auszuhalten. Ich fühlte mich wie in einem Horrorfilm. Ich kann es kaum beschreiben. Er röchelte richtig, es war so laut. Und das ständig. Wirklich die ganze Zeit hatte ich das Gefühl, eines dieser Monster aus einem Horrorfilm am anderen Ende der Leitung zu haben. Ich hatte so was zuvor noch nie in Wirklichkeit erlebt und war auch nicht scharf drauf. Aber ich versuchte durchzuhalten. Ihn weiter zum Reden zu bringen.

Irgendwann sagte er: "Da vorne läuft die Polizei. Ich glaub' ich geh' mal hin. Kann mich kaum noch auf den Beinen halten."
Doch kurz danach meinte er: "Okay, die laufen wieder weg. Dann halt nicht."
Ich sagte ihm, er solle zu ihnen hingehen. Er meinte, das tue er. Er wollte auflegen. Ich sagte, ich möchte dran bleiben, bis er bei ihnen ist. Also blieb ich dran.
Ich weiß nicht, ob er wirklich zur Polizei gelaufen ist. Doch irgendwann meinte er, er sei jetzt in der Nähe und möchte auflegen. Ich wollte dran bleiben. Er sagte schließlich: "Versprich mir, dass du auf dich aufpasst."
"Nein, ich verspreche dir das nicht."
"VERSPRICH ES MIR!", schrie er mich an.
"Nein."
"VERSPRICH ES MIR! ICH ZÄHL AUF 1: 3 - 2 - 1! VERSPRICH ES!!!"
Er wurde immer wütender. Schrie immer lauter.
Ich hoffte nur, die Polizei würde die Schreie auch hören und ihn so schnell wie möglich finden. Ich hatte das Gefühl, dass er nicht mehr lange Zeit hatte.
"VERSPRICH MIR, DASS DU AUF DICH AUFPASST! 3 - 2 - 1! VERSPRICH ES MIR!!!"
"Nein, ich verspreche es dir nicht."
"Ich leg' gleich auf. Also VERSPRICH MIR, DASS DU AUF DICH AUFPASST!!! VERSPRICH ES! VERSPRICH ES!"
Ich habe ihn noch nie so wütend erlebt. Heute weiß ich, dass es eine der Wirkungen der Tollkirsche bzw. ihrer Blätter war. 

Und dann war er einfach weg. Es war kurz vor 23 Uhr, als ich das letzte Mal mit ihm telefonierte.
Eine halbe Stunde lang saß ich einfach nur auf dem Bett. Handy und Telefon vor mir liegend. Die Ungewissheit als meinen Begleiter ständig bei mir.
Halb 12 klingelte das Telefon. Es konnte nur die Polizei sein.
Der Polizist teilte mir mit, dass sie meinen Cousin gefunden hätten. Er hatte keine äußerlichen Verletzungen und sah auch sonst normal aus. Er meinte, er hätte nichts gegessen, doch seine Zunge war verfärbt. Sie würden ihn untersuchen und danach sehe man weiter.
Der Albtraum hatte (vorerst) ein Ende.

Am Donnerstagmorgen schrieb er mir im ICQ, dass seine Mutter wahrscheinlich bei mir anruft. Danach war er offline. Dachte schon, er sei wieder Zuhause. Es stellte sich aber heraus - nachdem mich tatsächlich meine Tante anrief -, dass er nur mit seinem iPhone online war und mittlerweile auf der Intensivstation lag. Meine Tante erzählte außerdem, dass er 1,1 Promille hatte...

Niemand weiß, wie es nun weitergeht. Familiäre Probleme gibt es angeblich nicht. Niemand weiß, was tatsächlich der Wahrheit entspricht. Mein Cousin erzählte jedem was anderes. Ich weiß nicht mehr, wem ich was glauben soll. Es ist auch nicht bekannt, was nun der tatsächliche Grund für den geplanten Selbstmord war. Abgesehen davon gibt es noch unzählige andere Unklarheiten. Aber für mich zählt erstmal nur, dass er hoffentlich irgendwo hinkommt, wo er nicht mehr so schnell etwas so Dummes tun kann. Und ich hoffe, er bekommt nicht mehr die Möglichkeit so etwas tun zu können. Nächstes Mal ruft er mich vielleicht nicht mehr an. Sagt mir nicht mehr wo er ist. Ruft vielleicht gar niemanden mehr an.
Aber am meisten hoffe ich, dass er einfach nur gesund wird. Und wieder der wird, den ich mal kannte. 

3.6.11 15:24


Sinnloses Geplapper 2#



Vor kurzem in der Schule.
Lehrer: "Neulich habe ich mich gefragt, warum mich niemand auf dem Handy anruft. Und dann ist mir endlich der Grund eingefallen."
Sie: "Weil Sie kein Handy haben?"
Lehrer: "Nein. Der Grund, dass mich niemand auf dem Handy anruft ist der, dass nur meine Frau und meine Tochter meine Nummer haben..."
6.6.11 15:46


Sinnloses Geplapper 3#



Mitten in der Nacht.
Er [im Halbschlaf]: "Ich hasse Fussel."
Sie: "Du hasst Fussel?"
Er: "Ich hasse Fussel!"
Sie: "Du HASST Fussel?!"
Er: "Was?"
Sie: "Du hast gesagt, du hasst Fussel."
Er: "Ich hasse Puzzle."

o.O

15.6.11 20:08


Sinnloses Geplapper 4#



"Wer um einen Baum kommt ohne sich zu verirren, soll bloß weitergehen." (Jackson, GG)


27.6.11 21:14


Die SMS



Vorgeschichte: Habe schon vor Ewigkeiten den alten DVD-Player meiner Mutter bekommen, mit dem man auch aufnehmen kann. Ewig lang wusste ich nicht wie das funktioniert. Nachdem ich dann zum %$%&%/%$%&§$&-mal merkte wie praktisch es doch wäre, interessante Sendungen (speziell solche, die spät abends kommen) aufnehmen zu können, habe ich dann endlich mal meine Mutter eingeladen, die mir das schließlich erklärte. Gestern habe ich dann zum ersten Mal selbst etwas aufgenommen...

Heute morgen bekam ich um halb 8 eine SMS. Ich war im Tiefschlaf. Anstatt also davon aufzuwachen, baute ich die SMS in meinen Traum ein und heraus kam Folgendes:

Ich bekam eine SMS. Meine DVD-Firma-Dingens (in meinem Fall also SAMSUNG) hat mir geschrieben. Dafür, dass ich etwas aufgenommen habe, soll ich 200,00 € zahlen. Und das auch für jede weitere Aufnahme. Ich war total verzweifelt. Wusste nicht wie ich das bezahlen sollte. Deshalb fragte ich meine Mutter, ob ich auch wirklich für so 'ne bescheuerte Aufnahme zahlen muss. Sie meinte, dass das nicht sein kann und ich sollte mich mit SAMSUNG in Verbindung setzen. Gerade als ich das tun wollte, wurde ich von meinem Wecker geweckt.

Ich stellte ihn neu und wollte weitere 15 Minuten schlafen, als mir einfiel, was ich gerade geträumt hatte. Ich sah auf mein Handy und hatte tatsächlich eine SMS auf dem Handy - zum Glück aber nur von meinem Freund.

28.6.11 20:47


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